Wann geschnitten wird
Apfel und Birne bekommen ihren Hauptschnitt an frostfreien Tagen im Spätwinter (Februar bis Anfang März) – das regt das Wachstum an. Ein Sommerschnitt im August bremst dagegen zu wüchsige Bäume. Steinobst wie Kirsche und Pflaume schneidet man direkt nach der Ernte, dann heilen die Wunden am besten. Wichtig fürs Timing: Radikale Rückschnitte an Hecken und Gehölzen sind vom 1. März bis 30. September untersagt – der fachgerechte Pflegeschnitt am Obstbaum bleibt erlaubt.
Was immer wegkommt
- Totes, krankes und beschädigtes Holz – zuerst und ohne Zögern.
- Nach innen wachsende und sich kreuzende, aneinander scheuernde Äste.
- Wasserschosser: die senkrechten, glatten Jungtriebe auf den Ästen – sie tragen kein Obst und verdichten nur die Krone.
- Konkurrenztriebe zur Spitze des Mitteltriebs.
Das Ziel: eine lichte Krone
Bewährt hat sich die Pyramidenkrone: ein Mitteltrieb und drei bis vier gut verteilte Leitäste, dazwischen Luft. Merksatz aus der Kolonie: Durch eine gut geschnittene Krone kann man einen Hut werfen. Licht im Inneren bedeutet größere, gesündere Früchte und schnell abtrocknendes Laub.
Handwerkliche Grundregeln
- Scharfes, sauberes Werkzeug – Quetschwunden faulen.
- Am Astring schneiden (die kleine Wulst am Astansatz), keine Stummel stehen lassen.
- Schwere Äste in Etappen absägen, sonst reißt die Rinde ein.
- Nie mehr als etwa ein Drittel der Krone auf einmal entfernen – sonst antwortet der Baum mit einem Wald aus Wasserschossern.